Blues Drive

Der König der Traumfresserchen und das Lächeln

Es war einmal ein König, der saß auf einer Bank in der Nähe eines Tores. Dieses Tor war ein prächtiges, in Silber gefasstes Tor, das von wunderschönen roten Blumen umwachsen war.
Der König saß lange auf dieser Bank und schaute durch das offene Tor, das in eine wundersame Welt führte, voller Geheimnisse und Wunder. Er saß nun so da und dachte über die Welt nach und darüber, warum das Tor denn gerade offen war, als plötzlich ein kleiner Sonnenstrahl durch die Pforten kullerte. Der König sprang schnell auf, hob den Sonnenstrahl auf, der zu schlafen schien und setzte ihn vorsichtig auf die Bank. Ihm fiel auf, dass der Sonnenstrahl nicht so sehr strahlte, wie es alle anderen Sonnenstrahlen tun. Deswegen schaute er genauer hin und wusste sofort, dass der Kleine schlechte Träume hatte und deswegen nicht so wie seine anderen Kameraden sein konnte. Denn Sonnenstrahlen, müsst ihr wissen, strahlen unglaublich hell und fröhlich, wenn sie einen gesunden Schlaf haben. Die von bösen Albträumen gequälten jedoch strahlen nicht und wirken durchsichtig.
Da der König dies genau wusste, pfiff er und es kam ein kleines Traumfresserchen angerannt.Traumfresserchen sind kleine, flauschige Wesesn mit ganz scharfen Zähnen, die schlechte, dunkle und schwere Träume fressen, aber die guten seinem Wirt lassen.
So rief also der König das Traumfresserchen, denn er war der König der Traumfresserchen und ließ es sich dick und rund fressen, bis alle schlechten Träume weg waren. Da wachte der Sonnenstrahl aus seinem Schlaf auf und schaute den König und das Traumfresserchen ganz verwundert an:
"Wer bist du?"
"Ich bin der König der Traumfresserchen." , antwortete der König, "Warum bist du denn so traurig, kleiner Sonnenschein, dass du sogar schlechte Träume davon bekommst?" Der Sonnenstrahl schaute den König traurig an und antwortete:"Ich bin doch ein Teil der Sonne und meine Aufgabe ist es, die Menschen glücklich zu machen, was ich auch sehr gern tun würde. Doch es klappt nicht, niemand beachtet mich, niemand lächelt, wenn ich ihn an der Nase kitzle..."
Leise schluchtzte der Sonnenstrahl. Der König bekam Mitleid mit dem Kleinen und nahm ihn liebevoll in den Arm.
"Hör zu, Sonnenstrählchen", flüsterte der König dem Sonnenstrahl leise ins Ohr "Wenn du andere zum Lächeln bringen willst, musst du selbst lächeln können"
Und da die langen, weichen Haare des Königs den Sonnenstrahl an der Nase kitzelten, musste dieser lächeln und verstreute ganz viele Lichtstrahlen um sich. Alle Blumen um die Bank und um das Tor herum blühten auf und die Sonne selbst fing an mit voller Kraft zu strahlen. Selbst der König musste lächeln, obwohl er sehr selten lächelte.
Als die beiden sich zum Abschied umarmten und der Sonnenstrahl schließlich in die Welt hinter dem Tor zurückflog, fragte sich der König, ob wirklich nur die Sonne und nicht der kleine, lächelnde Sonnenstrahl so sehr geschienen hatte.
29.10.06 18:27
 


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